In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Psychomotorik Bonn e.V.

Psychomotorik in der Krippe

Bewegungs- und Sinneserfahrungen als ganzheitliches Förderkonzept

In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Psychomotorik Bonn bietet die aim einen Lehrgang zum aim-Bildungskonzept Psychomotorik in der Krippe an. Im Zentrum des Lehrgangs stehen die Einführung, Umsetzung, Reflexion und Selbsterfahrung der psychomotorischen Arbeit.

Die Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern unter drei Jahren ist eine höchst anspruchsvolle und verantwortungsvolle Aufgabe. Um die Kleinsten in ihrer Entwicklung optimal begleiten zu können, bedarf es eines fundierten frühpädagogischen Wissens und entsprechenden Handlungsmöglichkeiten. Die Psychomotorik als „eine ganzheitlich-humanistische, entwicklungs- und kindgemäße Art der Bewegungserziehung“ (E.J. Kiphard), nimmt nicht nur die motorische und sensorische Entwicklung, sondern das ganze Kind und sein Umfeld in den Blick. Denn über Bewegungs- und Sinneserfahrungen können Kinder eine positive Beziehung zu ihrem Körper und damit zu sich selbst aufbauen.

Ihr Ansprech­partner:

Christian Johannsmann
07131 39097-363
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Zur Anmeldung 

Dank der Unterstützung durch die Dieter Schwarz Stiftung gemeinnützige GmbH kann die aim diese Maßnahme unentgeltlich anbieten. 

Zielgruppe

  • Pädagogische Fachkräfte in der Krippe

Lehrgangsziele

  • Praxisorientierte Einführung in die Grundlagen der Psychomotorik mit Bezugnahme auf frühpädagogisches Wissen
  • Selbsterfahrung der positiven Wirkung psychomotorischer Arbeit
  • Reflexion von Möglichkeiten der psychomotorischen Förderung mit Kindern und Kindern im Krippenalter
  • Umsetzung psychomotorischer Elemente im pädagogischen Alltag

Lehrgangsübersicht

Einführung in die Psychomotorik

aim Heilbronn

  • Begriffsdefinition
  • Zur Entstehungsgeschichte der Psychomotorik
  • Ziele psychomotorischer Förderung
  • Methodische Prinzipien psychomotorischer Arbeit
  • Psychomotorik selbst erfahren

Dozentin: Stephanie Trommelen

Bindung und Explorationsverhalten

aim Heilbronn

  • Bindungstheorie nach Bowlby, Ainsworth, Robertson
  • Zusammenhang von Bindung und Exploration (Grossmann & Grossmann)
  • Kulturspezifische Bindungsorganisation (Keller/Otto)
  • Fachkraft-Kind-Bindung

Dozentin: Stephanie Tommelen

Die kindliche Entwicklung und ihre Fördermöglichkeiten

aim Heilbronn

  • Einblick in Entwicklungsmodelle
  • Überblick der Entwicklungsbereiche und deren Meilensteine in den ersten drei Lebensjahren
  • Sensomotorik als Motor frühkindlicher
  • Entwicklung und Bildung
  • Motorische Entwicklung
  • Sensorische Entwicklung
  • Bewegung und Sprache
  • Psychomotorische Fördermöglichkeiten
  • Anforderungen an Geräte und Materialien
  • Psychomotorische Geräte
  • Standardgeräte und Alltagsmaterialien für KrippenkinderEinführung von Instrumenten

Dozierende: Stephanie Trommelen, Birgit Hahnemann

Beobachtung und Dokumentation

aim Heilbronn

  • Beobachtung und Dokumentation als Ausgangspunkt pädagogischen Handelns
  • Begriffsklärungen: Alltagsbeobachtung, systematische Beobachtung, teilnehmende und nicht-teilnehmende Beobachtung
  • Sensomotorisches Entwicklungsgitter nach E.J. Kiphard
  • Abgrenzung von pädagogischer Arbeit zu medizinischer Diagnostik und Therapie
  • Verweis auf professionelle Unterstützung

Dozent: Hans Jürgen Beins

Das Selbstkonzept – Material und Sozialerfahrungen in der Praxis

aim Heilbronn

  • Bedeutung des Selbstkonzepts
  • Entwicklung des Selbstkonzepts im Säuglings- und Kleinkindalter
  • Methoden zur Unterstützung der Selbstkonzeptentwicklung von Kindern im Krippenalter, z.B. in den Bereichen:
    • Sensibilisierung der emotionalen Wahrnehmungsfähigkeit
    • Erfahrung von Selbstwirksamkeit
    • Entdecken der eigenen Stärken
    • Verstärkter Ausdruck von positiven Gefühlen
  • Respekt und Toleranz gegenüberAnderen

Dozent: Hans Jürgen Beins

Mit Eltern in Kontakt

aim Heilbronn

  • Wo sich systemische Familienberatung und Psychomotorik begegnen

Dozentin: Birgit Hahnemann

Bewegungsräume erfahren, reflektieren und gestalten

Bonn, Förder- und Beratungsstelle Bonn Süd | Bonn, Kita Wolke 7

  • Anforderungen an (Bewegungs-)Räume
  • Verwendung – Veränderung – Gestaltung
  • Möblierung
  • Materialauswahl und -präsentation
  • Außengelände für Krippenkinder
  • Selbsterfahrung

Dozierende: Stephanie Trommelen, Marion Jost, Rudolf Lensing Conrady

Reflexion und Abschlusspräsentation

aim Heilbronn

  • Rolle und Haltung der pädagogischen Fachkraft
  • Bildungsprozesse von Kindern begleiten
  • Chancen und Stolpersteine in der Praxis
  • Darstellung der eigenen Erfahrungen

Dozentin: Stephanie Trommelen

Kompetenzerwerb

Der Lehrgang findet in der Regel freitags von 15:30 Uhr bis 20:30 Uhr und samstags von 08:30 bis 16:00 Uhr statt.
Zu beachten sind die abweichenden Kurszeiten bei der Exkursion nach Bonn.

Der Lehrgang beinhaltet eine Exkursion nach Bonn zum Besuch psychomotorischer Einrichtungen. Die Fahrt- und Übernachtungskosten tragen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst.

Die Teilnehmenden...

  • verstehen, was der Begriff „Psychomotorik“ meint.
  • kennen die Entstehung und die Intentionen der Psychomotorik und wissen um die Übertragung in die frühpädagogische Praxis.
  • verstehen Psychomotorik als ganzheitlichen Ansatz zur Stärkung der Ich-, Sach- und Sozialkompetenz.
  • wissen um die Voraussetzungen psychomotorischer Arbeit: die Freiwilligkeit und Selbstbestimmung der Kinder, den Aufforderungscharakter sowie die Haltung und das Verhalten der Erwachsenen.
  • erleben Bewegungsspaß mit Wirkung.

Die Teilnehmenden...

  • kennen die Kernaussagen der Bindungstheorie und wissen um die kindliche Entwicklung von Bindungsverhalten und -mustern.
  • wissen um die Bedeutung des Bindungs- und Explorationsverhaltens als Basis frühkindlicher Bildungsprozesse.
  • ziehen auf der Grundlage von bindungstheoretischem Wissen, sowie dem kulturspezifischen Blick auf Bindung, Konsequenzen für ihr pädagogisches Handeln.
  • haben ein Selbstverständnis von sich als sekundärer Bindungsperson.

Die Teilnehmenden... 

  • kennen die Annahmen grundlegender Entwicklungsmodelle.
  • sehen das Kind in seiner Gesamtheit und können verschiedene Entwicklungsschritte einordnen, sowie in Beziehung setzen.
  • haben weitergehende Kenntnisse über die motorische und sensorische Entwicklung.
  • wissen um die Bedeutung des Zusammenspiels der Sinnessysteme mit den motorischen Systemen zur Weltentdeckung von Kleinkindern.
  • wissen um den bedeutenden Zusammenhang von Bewegung und Sprache.
  • wissen um die Wechselwirkungen der verschiedenen Entwicklungsbereiche.
  • lernen Möglichkeiten der Entwicklungsförderung kennen und können diese im pädagogischen Alltag umsetzen.
  • wissen um die Aspekte des hohen Aufforderungscharakters sowie der Multifunktionalität von Geräten und Materialien.
  • lernen Geräte und deren Handlungsmöglichkeiten kennen.
  • eignen sich ein Repertoire von Einsatzmöglichkeiten unterschiedlichster Geräte und Materialien an, und berücksichtigen dabei die Tauglichkeit für die Krippe, auch unter sicherheitsrelevanten Aspekten.

Die Teilnehmenden...

  • gründen ihr pädagogisches Handeln auf Beobachtungen.
  • setzen sich mit unterschiedlichen Arten der Beobachtung auseinander, wissen um deren Vor- und Nachteile bzw. worauf es zu achten gilt.
  • kennen das Beobachtungsinstrument nach E.J. Kiphard sowie dessen Funktions- und Auswertungsweise.
  • kennen den Handlungsspielraum als pädagogische Fachkraft und wissen um das Verweisen an Ärzte/Therapeuten.
  • verweisen Eltern an entsprechende Stellen.

Die Teilnehmenden... 

  • wissen um ein positives Selbstkonzept als zentralen Schutzfaktor.
  • wissen um die Bedeutung der Fachkraft-Kind-Interaktion für die Entwicklung des Selbstkonzepts.
  • wissen, wie sich das Selbstkonzept bei Krippenkindern entwickelt.
  • kennen verschiedene Methoden zur Unterstützung der Selbstkonzeptentwicklung und lernen praktische Möglichkeiten der Förderung aus der Psychomotorik kennen.

Die Teilnehmenden...

  • beziehen Eltern im Sinne der Bildungspartnerschaft ein, sie teilen ihnen Beobachtungen mit und stehen im Austausch über die Entwicklung des Kindes.

Die Teilnehmenden...

  • kennen die Kriterien, die hinsichtlich der Raumgestaltung zugrunde liegen (Oberflächen, Licht, Farbe, Akustik usw.)
  • betrachten Räume unter dem Aspekt der Funktionalität bzw. Multifunktionalität.
  • lernen verschiedene Arten der Möblierung kennen und wissen, welche Kriterien ihrer Auswahl zugrunde liegen.
  • können Materialien hinsichtlich der Eignung in Krippen auswählen und entsprechend anbieten, auch unter sicherheitsrelevanten Aspekten.
  • lernen Möglichkeiten eines anregenden Außengeländes kennen.

Die Teilnehmenden...

  • reflektieren das Bildungskonzept und die daraus gewonnen Impulse.
  • können Bildungsprozesse von Kindern begleiten.
  • können ihren eigenen Lernweg und die Veränderungen in der praktischen Arbeit reflektieren und diese einer Gruppe präsentieren.

In Zusammenarbeit mit

Der Förderverein wurde 1985 als gemeinnütziger Verein in Bonn gegründet um ein neuartiges Bewegungskonzept zur ganzheitlichen Förderung von Menschen auch für die Region Bonn-Rhein-Sieg umzusetzen: die Psychomotorik. Seitdem zielt ein Großteil der Angebote des Vereins auf die ganzheitliche Entwicklungsförderung von Kindern.