
Orientierungsplan 2025 in der Kita: „Ein wichtiges Signal für die Frühe Bildung”
Interview mit Irene Schmalbach
Seit mehreren Jahren setzt sich Irene Schmalbach als Referentin im Fachbereich Frühe Bildung für hochwertige Fort- und Weiterbildungen von pädagogischen Fachkräften ein. Im Interview spricht sie über ihre Motivation, aktuelle Entwicklungen in der Kita-Praxis – und warum der weiterentwickelte Orientierungsplan ein wichtiges Signal für die frühkindliche Bildung ist.
Irene, du bist seit mehreren Jahren in der aim und gestaltest das Fort- und Weiterbildungsprogramm für die Frühe Bildung mit. Was hat dich persönlich in diesen Bereich geführt und was motiviert dich?
Während meines Masterstudiums in Kindheitspädagogik habe ich mich intensiv mit den Sparten Praxisanleitung und Ausbildung befasst. Ursprünglich wollte ich nach dem Studium in die Lehre an Fachschulen für Sozialpädagogik einsteigen. Durch meine Tätigkeit in der Kita war mir die aim bereits ein Begriff. So konnte ich mir schnell auch gut vorstellen, dass die Erwachsenenbildung ein spannendes Arbeitsfeld sein kann.
So wie Kinder eine enorme Wissbegierde mitbringen und es mir immer Freude bereitet hat, ihr Lernen zu begleiten, erfüllt es mich jetzt, vielfältige Weiterbildungsangebote für Erwachsene zu konzipieren und zu organisieren. Es motiviert mich sehr, Fachkräfte mit unseren Angeboten zu begeistern und ihnen wichtige Impulse für ihr pädagogisches Handeln mitzugeben. Zu wissen, dass unsere Arbeit letztlich den Kindern zugutekommt, ist für mich der größte Antrieb.
Du begleitest pädagogische Fachkräfte, Leitungskräfte und auch Nachqualifizierungen. Welche Themen begegnen dir in deiner Arbeit aktuell besonders häufig?
Da die Zielgruppen und Tätigkeitsfelder sehr unterschiedlich sind, ist auch die Bandbreite der Themen groß. Klar ist: In den Kitas ist immer etwas los. Ob Personalengpässe, konzeptionelle Weiterentwicklungen oder Herausforderungen im Umgang mit Kindern und ihren Familien – die Anforderungen sind vielfältig. Oft werden von außen neue Aufgaben an die Kitas herangetragen, während selten etwas vom „Kuchen“ weggenommen wird.
Umso wichtiger ist es, dass wir aktuelle Themen sowohl über unser Regel- bzw. Kursangebot als auch mit Teamqualifizierungen oder neuen Projekten aufgreifen können. Das wird von den Teilnehmenden auch deutlich wahrgenommen und geschätzt.
Der Orientierungsplan Baden-Württemberg wurde mehrere Jahre überarbeitet; die weiterentwickelte Version wurde 2025 veröffentlicht. Welche Neuerungen findest du besonders bedeutsam – und warum?
Neben den inhaltlichen Neuerungen – wie den vier Leitprinzipien Kinderschutz und Kinderrechte, Inklusion, Partizipation und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), die zentral für die pädagogische Haltung und das pädagogische Handeln sind – ist für mich bereits der Orientierungsplan als solcher ein wichtiges Statement für die Frühe Bildung. Dass Fachpersonen aus Theorie und Praxis mitgewirkt und so viele Expertinnen und Experten ihre Perspektiven eingebracht haben, zeigt auch, wie groß und komplex das Aufgabenfeld der frühen Bildung ist.
Wichtig ist auch: Der Plan ist nicht völlig neu, sondern vertieft bestehende Inhalte und bereitet diese weiter auf. Er verschriftlicht vieles von dem, was in zahlreichen Einrichtungen längst geleistet und gelebt wird. Für mich stellt der weiterentwickelte Orientierungsplan daher auch die Wertschätzung für die Frühe Bildung und die täglich stattfindende pädagogische Arbeit dar.
Bei der Infoveranstaltung der aim im März 2026 möchten wir die Neuerungen des Orientierungsplans in die Praxis übersetzen. Was können Teilnehmende erwarten?
Zum einen erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in die Neuerungen des Orientierungsplans – insbesondere in eines der Bildungs- und Entwicklungsfelder. Wir möchten ihnen die Möglichkeit geben, eigene Fragen einzubringen, mitzudiskutieren und sich für die Umsetzung in der täglichen Arbeit begeistern zu lassen.
Mit Frau Prof. Dr. Soultanian, Frau Jurczyk und Frau Ostertag-Weller sind zudem drei langjährige Fachexpertinnen vor Ort, die nicht nur direkte Einblicke in die Weiterentwicklung geben, sondern auch über ihre Erfahrungen aus den Multiplikatorinnenschulungen und der konkreten Umsetzung berichten können.
Jetzt anmelden zur Infoveranstaltung am 26. März 2026
Erfahren Sie aus erster Hand, wie der weiterentwickelte Orientierungsplan in der Praxis umgesetzt werden kann – mit Fachinputs, Einblicken und Raum für Ihre Fragen.

