
Frühe Bildung braucht starke Allianzen
1. Nationales Forum Frühe Bildung veröffentlicht Handlungsempfehlungen für Kitas in der Einwanderungsgesellschaft
Am 3. und 4. Juni 2025 fand auf dem Bildungscampus Heilbronn das 1. Nationale Forum Frühe Bildung (NFFB) statt, ein bundesweites Fachtreffen mit Expertinnen und Experten aus Kita-Praxis, Wissenschaft, Trägerschaft, Politik und Verwaltung. Unter der Leitfrage „Was braucht die Kita in der Einwanderungsgesellschaft?“ haben die Teilnehmenden des NFFB gemeinsam Handlungsempfehlungen für mehr Gerechtigkeit, Qualität und Wirksamkeit in der frühen Bildung entwickelt. Unsere Kollegin Erika Friedel, die Teamleiterin des aim-Bereichs Frühe Bildung, war natürlich dabei und berichtet von ihren Eindrücken und Überzeugungen.
Was macht die frühe Bildung für dich zu einem besonders wichtigen Thema und was inspiriert dich, dich dafür stark zu machen?
In der frühen Bildung werden grundlegende Weichen für die gesamte weitere Entwicklung des Kindes gestellt. Genau das fasziniert mich und motiviert mich, mich dafür einzusetzen.
Frühe Bildung ist für mich eine Herzensangelegenheit, weil sie Kindern nicht nur bessere Startbedingungen für ihr Leben verschafft. Sie trägt auch maßgeblich dazu bei, soziale Ungleichheiten abzubauen sowie jedem Kind die Chance auf eine erfolgreiche Zukunft zu geben und Lebenswege positiv zu beeinflussen. In den ersten Lebensjahren entwickeln Kinder grundlegende kognitive, soziale und emotionale Fähigkeiten, die entscheidend für ihren späteren schulischen und beruflichen Erfolg sind. Kinder brauchen heute viele Kompetenzen, um in einer sich ständig wandelnden Welt handlungsfähig zu bleiben – von kritischem Denken über Problemlösekompetenz bis hin zu Sozialkompetenz und Teamfähigkeit.
Was sind die zentralen Hebel für mehr Gerechtigkeit, Qualität und Wirksamkeit in der frühen Bildung? Welchen Beitrag können Bildungsakteurinnen wie die aim dabei leisten?
Es braucht mehrere ineinandergreifende Maßnahmen: verbindliche und bundesweit einheitliche Qualitätsstandards, einen guten Fachkraft-Kind-Schlüssel, gestärkte Kita-Leitungen mit ausreichend Zeit für Führungsaufgaben, finanzielle Sicherung und nachhaltige Investitionen sowie inklusive Ansätze, die gezielt gefördert werden.
Die aim kann hier als Bildungspartnerin für Fachkräfte und Kita-Teams viel leisten, vor allem durch passgenaue, praxisnahe und bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildungen. Die kontinuierliche Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften ist entscheidend für eine gute Bindungs- und Bildungsarbeit mit Kindern. Deshalb ist qualifiziertes Personal eben der wichtigste Faktor für gute Bildungsqualität.
Was nimmst du vom 1. Nationalen Forum Frühe Bildung mit – und was sollte deiner Meinung nach nun folgen?
Der Austausch und die Zusammenarbeit an den zwei Tagen hier auf dem Bildungscampus waren spannend und hatten für mich einen echten Mehrwert. Die Vielfalt der Perspektiven, die die verschiedenen Akteurinnen und Akteure einbrachten, haben mein Bewusstsein dafür geschärft, wo auch wir als aim noch gezielter unterstützen können und müssen.
Die Diskussionen und einzelnen Fachbeiträge haben deutlich gemacht, dass die Qualität der Kitas je nach Bundesland und Region schwankt. Dazu kommen noch unterschiedliche Rahmenbedingungen in den Trägerstrukturen – ein echter Flickenteppich. Umso wichtiger ist es, jetzt bundesweit gesetzlich geregelte Mindeststandards anzustreben.
Einigkeit herrschte darüber, dass Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Finanzierung und gesellschaftlicher Wandel alle betreffen und nur im Schulterschluss gelöst werden können. Nur die weitere Zusammenarbeit und der Dialog auf Augenhöhe innerhalb der Verantwortungsgemeinschaft können die Qualität und die Verfügbarkeit von Kitas langfristig sichern.
Die Handlungsempfehlungen des Nationalen Forums Frühe Bildung
Das NFFB hat konkrete Impulse für die Weiterentwicklung der frühen Bildung in der Einwanderungsgesellschaft formuliert. Die sechs Handlungsempfehlungen behandeln die Bereiche Bildungsbeteiligung, Sprachförderung und Sprachkompetenzerhebung, Bildungspläne und Übergangsmanagement, nationales Bildungsmonitoring zur datenbasierten Qualitätsentwicklung, sozialindexbasierte Ressourcensteuerung sowie die Nutzung der demografischen Rendite für Qualitätsentwicklung.
Weitere Infos zum NFFB unter www.nationalesforumfruehebildung.de


