Vortrag: Schriftspracherwerb in der Kita?! Wie Kinder die Schrift entdecken

Gut 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich am Dienstag, 17.11.2015, zu einem spannenden und lehrreichen Abendvortrag bei der aim ein.

Frau Prof. Dr. em. Iris Füssenich von der Hochschule Ludwigsburg/Reutlingen ließ die Zuhörerinnen und Zuhörer  auf äußerst kurzweilige Weise an Ihrer Expertise im Bereich des Schriftspracherwerbs von Kleinkindern teilhaben. Sie bot dabei eine ausgewogene Mischung aus theoretischen Inhalten und sehr praxisnahen sowie anschaulichen Beispielen.

Im Rahmen des Vortrags ging es unter anderem um die grundsätzliche Frage, ob der Schriftspracherwerb sich auf einzelne Teilleistungen reduzieren lässt bzw. durch den Erwerb von so genannten Vorläuferfähigkeiten gekennzeichnet ist, oder ob es nicht vielleicht doch vielmehr um eine alltägliche, ganzheitliche Begleitung des individuellen Kindes von der Sprache zur Schrift gehen sollte. Die lebhaften Fragen und Anmerkungen aus der Zuhörerschaft ließen erkennen, dass es sich dabei tatsächlich um eine Grundsatzdiskussion und somit auch eine Frage der jeweiligen pädagogischen Haltung handelt.

Frau Prof. Dr. em. Füssenich hielt jedenfalls ein eindrucksvolles Plädoyer für eine Sprachförderung, in der die Sicht des Kindes leitend ist: Viel mehr als irgendwelche Trainingsprogramme sollten dem Kind tagtägliche Sprachimpulse begegnen, die es entsprechend seiner Entwicklungsfähigkeiten vom Bedeutungserwerb zum eigentlichen Schriftspracherwerb führen.

Ausgestattet mit vielen konkreten Praxisanregungen verließen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Veranstaltung. Einmal mehr ist die hohe Verantwortung deutlich geworden, die pädagogische Fachkräfte in der Bildungs- und Entwicklungsbegleitung von Kindern tragen.