Geometrie mal anders - Gelungene Fortbildung im Rahmen des Projekts "Mathe.Forscher"

Geometrie ohne Geodreieck, Stift und Papier erlebten die Mathematiklehrerinnen und -lehrer des Mathe.Forscher-Programms bei der Fortbildung „Geometrie unplugged“ an der aim in Heilbronn. Die beiden Referenten Prof. Dr. Matthias Ludwig (Universität Frankfurt) und Matthias Heidenreich (Gymnasiallehrer aus Calw) nahmen den Begriff der Geometrie (=Erdmessung) wörtlich und zeigten auf, welche mathematischen Verfahren und Begriffe der Schulgeometrie sich durch Vermessungen im Gelände entdecken und erfahren lassen. 

Die praktischen Vermessungsübungen wurden auf dem Gelände der aim durchgeführt, alle benötigten Messinstrumente  stellten die Teilnehmer „unplugged“ aus einfachen Materialien selbst her.

In einer abwechslungsreichen Mischung aus Theorie, eigenen Unterrichtserfahrungen und praktischen Vermessungsübungen samt Bauphasen wurden den Teilnehmern viele neue Anregungen für den projektartigen und forschenden Ansatz in Mathematik vermittelt. Sehr überraschend war beispielsweise die Erkenntnis, dass sich mit einem einfachen Taschenspiegel und einem Maßband die Höhe eines Gebäudes bis auf wenige Prozent genau bestimmen lässt. Ähnlich überzeugend und bereits für sehr junge Schüler geeignet sind die Höhen- und Längenbestimmung mit Hilfe eines Försterdreiecks oder eines historischen Messtisches.

Die durchwegs ausgelassene aber zugleich arbeitsintensive Stimmung wurde durch viele Anekdoten und kurzweilige Ideen für den Unterricht aufgelockert. Wussten Sie beispielsweise, dass die Ureinwohner Amerikas die Höhe von Bäumen  dadurch bestimmen, dass sie in gebückter Stellung rückwärtig durch die geöffneten Beine deren Wipfel anpeilen?

Am Ende des Tages waren sich alle einig, dass viele der Ideen sofort im eigenen Unterricht eingesetzt werden können.  Wir bedanken uns ganz herzlich bei Prof. Dr. Matthias Ludwig und Matthias Heidenreich für die Durchführung dieser spannenden und alltagsnahen Fortbildung, die Lust auf mehr machte.